Rückblick Freiheitspodium: Masken können helfen einen Teil der Freiheit zu bewahren.

FMA_0247Foto: František Matouš, (vlnr: Philipp Loser, Tino Krattiger, Daniel Seiler, Ronja Jansen und Baschi Dürr

Von Daniel Seiler, Initiator Freiheitspodium

Im SUD am Burgweg fand sich Anfang August eine interessante Runde zusammen. Im Rahmen des Freiheitspodium wurde darüber diskutiert, wie es heute um die Freiheit steht. Die Podiumsteilnehmenden waren sich zwar nicht einig, ob wir heute als Gesellschaft freier oder unfreier sind. Einigkeit herrschte aber im ganzen SUD, dass wohl Masken in der heutigen Krise dazu beitragen können, einen grossen Teil unserer Freiheit zu bewahren.

Am 5. August durfte ich im SUD am Burgweg als Moderator mit der Juso-Präsidentin Rona Jansen, dem Justiz- und Sicherheitsdirektor Baschi Dürr, dem Flusskapitän Tino Krattiger und dem Journalisten Philipp Loser darüber diskutieren, wie es heute um unsere Freiheit steht und wie sich unsere Freiheit verändert hat.

Trotz Coronakrise und Sommerferien fanden sich gut 50 Personen im SUD ein und folgten einer interessanten Diskussion, mischten sich mit Fragen und Feststellungen ein und genossen anschliessend auch noch an der Bar ein Bier oder ein Glas Wein.

Philipp Loser meinte zu Beginn der Diskussion wohl nicht ganz zu unrecht, dass wir uns nach dem Lockdown darüber freuen sollten, dass wir heute solche Abende überhaupt wieder zusammen verbringen dürfen. Er fügte an, dass wenn man vergleicht, wie es der restlichen Welt in den letzte 50 Jahren ergangen ist, wir hier in Basel und der Schweiz massiv an Freiheit gewonnen haben.Tino Krattiger widersprach und betonte, dass wir massiv unfreier geworden sind. Auf Kosten der Freiheit gehe das zunehmende Sicherheitsdenken, eine infantile Lebenshaltung und das zunehmende Streben nach Regeln. Er fügte an, dass der, der mit der Herde gehe, die Freiheit verliere.

Für Ronja Jansen bedeutet Freiheit, dass alle Menschen sich unabhängig von ökonomischen Zwängen entfalten können. Auch für Baschi Dürr braucht Freiheit eine ökonomische Basis. Aber ungebremste Umverteilung, wie von links gefordert, führt zum Gegenteil. Er betonte, dass wir uns heute zwar freier bewegen und dass die gemeinschaftlichen Zwänge abgenommen haben, gleichzeitig gesamtgesellschaftlich die Freiheit durch neue Gesetze aber auch abgenommen hat.

Tino Krattiger meinte, dass in der Krise auch die freie Meinungsäusserung leidet. Es wird zwar viel kommuniziert, aber andere Meinungen werden nicht nur in den Sozialen Medien rasch niedergeschrien.

In der aktuellen Krise verhalten sich die Menschen unterschiedlich, die einen leben, zumindest nach aussen, fast ganz normal weiter, andere schotten sich aus Angst ab. Auch im Umgang mit der Krise und den Massnahmen gibt es unterschiedliche Lager. Die Verschärfer, die die Grenzen wieder schliessen und rasch zusätzliche Massnahmen fordern und die Kritischen, die sich dezidiert gegen zusätzliche oder bestehende Massnahmen aussprechen.

Die Podiumsteilnehmenden wollten sich nicht einem Verhaltensmuster zuordnen lassen. Tino Krattiger forderte aber dazu auf, einzugestehen, dass uns die Ungewissheit und Machtlosigkeit Angst macht und eigentlich niemand eine Lösung hat. Baschi Dürr fügte an, dass man sich als Politiker rasch gezwungen fühlt, etwas machen zu müssen, wenn ein Problem bestehe. Denn nichts zu tun und abzuwarten sei für einen Politiker schwer. Dabei könne eine Nichtmassnahme auch sinnvoll sein. In der jetzigen Situation allerdings war es richtig zu handeln. Aber es gibt nicht die Lösung, man müsse auch mal etwas ausprobieren und dazulernen. Da müssten wir alle ehrlich sein: Eine solche Situation gab es noch nie.

Manchmal hilft aber der Blick über die Grenze, ich war ein paar Tage am Gardasee. In Italien herrscht Maskenpflicht in den öffentlich zugänglichen Innenräumen. Während dem Einkaufen und Shoppen hat man eine Maske an und bevor man das Restaurant betritt, zieht man die Maske an und zieht sie erst wieder am Tisch ab. Serviert wird konsequent mit Masken. Das funktioniert in Italien gut und mang gewöhnt sich rasch daran.

Intensiv wurde die Frage diskutiert, ob unser Föderalismus mit 26 Lösungen für alle Kantone nicht in der Krise an die Grenzen stösst und ob die Maskenpflicht ausgeweitet wird.Ronja Jansen meinte, dass eine Ausweitung der Maskenpflicht sinnvoll sein kann und dass die Nichtüberlastung des Gesundheitssystems vor einer «Maskenfreiheit» stehen müsse. Philipp Loser wollte zwar keine Prognosen machen, aber er vermutet, dass wir jetzt noch ein paar Monate Föderalismus haben werden, aber dann je nach Entwicklung der Zahlen, der Bund wieder eingreifen werde. Baschi Dürr kann sich vorstellen, dass die Maskenpflicht wie in anderen Kantonen ausgeweitet wird. Für die lange Frist – oder auch ein nächstes Virus – ist ihm wichtig, dass die Entscheide auf Erkenntnissen und Prognosen möglichst unterschiedlicher Experten beruhen; nicht nur Virologen, sondern auch Soziologen, Ökonomen oder Juristen.

Es herrschte Einigkeit darüber, dass uns wohl die Masken im Herbst oder Winter helfen könnten, zumindest einen Teil unserer Freiheit zu bewahren.

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